Menschen der Bronzezeit – die Hünengräber

Von der Siedlungsstraße kommend wenden wir uns nach links und sehen bald auf einem Schuppen ein Storchennest. Seit Jahrzehnte nisten Störche in diesem Bereich. Offensichtlich reicht trotz aller Entwässerungsmaßnahmen das Nahrungsangebot mit Maus, Frosch und allerlei Gewürm aus.

Der Weg überquert einen Graben. Links ein Stallgebäude, dann im Feld ein von alten zerzausten Kiefern bestandenes Hünengrab – das schönste Hünengrab weit und breit. Im Volksmund heißen solche alten Grabhügel Hünengräber, so als ob es Gräber von Riesen wären. Hingegen sprechen Fachleute von bronzezeitlichen Hügelgräbern und datieren diese Gräber in die Jüngere Bronzezeit. Wir gehen hinüber, besteigen den etwa zwei Meter hohen Hügel, schauen uns um und erblicken neben dem Stall das zweite, kleinere Hünengrab

Das große Hühnengrab
Fundstücke der Bronzezeit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat man die Dannenwalder Hünengräber – die Fachleute sprechen von Hügelgräbern – geöffnet und eine besonders schöne, sorgfältig gearbeitete Spiralplattenfibel, ein bronzenes Rasiermesser, vier Bronzeringe mit unterschiedlichen Formen und Verzierungen gefunden. Diese Funde entstammen nach Ansicht der Fachwissenschaftler der Jüngeren Bronzezeit (ca 700 v.Chr.). Während meiner Kindheit befanden sich diese wertvollen Fundstücke in zwei mit Glasdeckeln verschlossen Kästchen im Arbeitszimmer meines Vaters und sind in den Wirren der Nachkriegszeit verschollen.

Wie die Funde belegen, wurden in den beiden Hügeln Männer und Frauen bestattet. Was waren das für Menschen? In Seddin fand man ein Königsgrab. Auch die in Dannenwalde Bestatteten scheinen keine kleinen Bauern gewesen zu sein. Vielmehr weist die Qualität der Funde sowie Größe der Hügel auf eine bedeutende Stellung der hier Begrabenen hin.

Wir setzen uns auf dem Hügelgrab ins Gras und träumen. Ein leichter Wind bewegt die Äste. Da vorn, nahe der munter fließenden Beke könnten bronzezeitliche Häuser gestanden haben. Hören wir Kindergeschrei und das Gackern und Schnattern von Hühnern und Gänsen? Spüren wir den von der Feuerstelle aufsteigenden Rauch?  Ein schriller Ton, zeigt dass ein Mann seine bronzene Sichel schärft. Etwas weiter nördlich und damit höher gelegen schimmert ein weiteres Haus durch die Bäume.  Seine hölzernen Wände sind sorgsam verfugt, die Tür ist mit Schnitzereien verziert und öffnet sich jetzt – eine Frau tritt heraus, eine eindrucksvolle Gestalt, das weißwollene Gewand von einer kostbaren goldbronzenen Spiralfibel gehalten ...... .

Exkurs Bronzezeit