Spaziergänge und Wanderungen

Mühlenwäldchen und Ökoteich

Im Mühlenwäldchen

Vom Kriegerdenkmal in Richtung Kolreper Damm gehend, gelangt man zu Mühle (rechts), Mühlenteich und dem alten Mühlenteich aufstauenden Mühlendamm. Die dicken alten Buchen auf dem Mühlendamm weisen auf das Alter dieser Anlage hin. Der rechts vom Weg liegende Mühlenteich ist kleiner geworden und in seiner Begrenzung verändert. Vor allem liegt der Wasserspiegel heute tiefer. Deshalb kann das Teichwasser nicht mehr das Mühlrad drehen. Früher ließ sich der Wasserstand des Teiches mit Hilfe eines kleinen Wehres entsprechend den Bedürfnissen des Müllers verändern. Wir Kinder zogen so mal eben ein bis zwei der regulierenden Bretter. Der Müllergeselle kam und schimpfte fürchterlich.

Zwischen Bekemühle und Parkplatz führt ein Pfad ins kleine Mühlenwäldchen. Auf halb zugewachsenem Pfad gehen wir am Bach entlang. Hier schlängelt sich die von Erlen gesäumte Beke noch in natürlichem Lauf und lässt den sandigen Grund ihres Bachbettes erkennen. Ein Buchfink schmettert seine Strophe „Fritze, Fritze bring mir Bier her:“ Kohlmeisen pinken. Dann eine Sumpfmeise, die wir an ihrer rundlichen Gestalt und an der schwarz glänzenden Kopfplatte erkennen.

Am Ufer der Fischteiche, die wir rechts von uns sehen, nistet der Eisvogel. Für solche Niststelle sucht er sich steile unbewachsene Ufer, hackt mit seinem langen, spitzen Schnabel einen fünfzig Zentimeter langen, leicht aufwärts steigenden Gang hinein, dessen Ende er zu einer Höhle erweitert um hier seine glänzend weißen Eier zu legen. Der Eingang zum Nest ist schwer zu entdecken. Aber am Rand des kleine Rasenplatzes nahe der Bekemühle sitzt der prachtvoll blaubunte Eisvogel häufig auf einem Pfahl oder einem Ast  und späht von dieser Warte nach Beute.

Wer in der Mühle übernachtet, kann den Ruf des Waldkauzes kaum überhören „Kiuwitt kiuwitt“ schallt es laut. Diese großen Eulen (Spannweite etwa ein Meter) sind am Tage nicht zu sehen, aber mit etwas Glück können wir in der Dämmerung laut rufende Jungkäuze auf einem Baum entdecken, die dort von ihren lautlos anfliegenden Eltern mit Beute versorgt werden.

Schon nach wenigen Minuten haben wir das Mühlenwäldchen durchschritten, freuen uns am Blick über die Wiesen und werfen auf dem Rückweg einen Blick auf die am Südrand des Wäldchens wachsenden Eichen. Einige von ihnen mögen mehrere hundert Jahre auf dem Buckel haben.

 

Ökoteich mit Graureiher

Wir folgen einem Fußweg der nördlich des Mühlenteiches in den alten Gutspark führt. Unter Bäumen sehen wir einen alten Eiskeller, den man früher im Winter mit Eis aus den Teichen füllte, das dann während des Sommers im Gutshaus zum Kühlen von Milch, Butter und Fleisch diente. Doch das sind lang vergangene Zeiten. Schon in meiner Kindheit besaßen wir einen Kühlschrank – der Eiskeller hatte ausgedient. Heute, an einem warmen Frühlingstag, freuen wir uns am Blühen von Busch-Windröschen, Wechselblättrigem Milzkraut und Moschuskraut. Unser Weg am Kindergarten vorbeiführende Weg wendet sich nach rechts und verengt sich zu einem schmalen Steig. Der Blick öffnet sich auf ein großes, flaches Gewässer, den Ökoteich. Der Wind spielt auf der freien Wasserfläche. Der beim Graben des Teiches angefallene Aushub bildet einen gegen Sportplatz und Straße abschirmenden Wall. Ufer und Wall aus bestem märkischen Sand laden zu Strandleben und Sonnenbaden ein.

Ein Blick auf die Vogelwelt: Obwohl der Teich erst in den neunziger Jahren angelegt wurde, hat Breitblättriger Rohrkolben große Teile des Gewässers erobert und bietet Nistgelegenheit für Stockenten und Teichhühner. Ein Graureiher steht seiner Beute harrend still im Gewässer.

 

 

Mühlenwäldchen

Ökoteich im frühen Frühjahr